Justitia 429717

Werte und Normen

WERTE UND NORMEN

Informationen zum Fach „Werte und Normen“ in der Sekundarstufe I

Schüler/innen, die sich vom Religionsunterricht abmelden, sind verpflichtet, ersatzweise am Fach „Werte und Normen“ teilzunehmen. Dieses Fach ist nicht an irgend eine Konfession gebunden. Das heißt allerdings nicht, dass das Thema „Religion“ gar nicht auftaucht. Es soll neben Themen aus dem Bereich zwischenmenschlicher Probleme (Bezugswissenschaften: z.B. Psychologie und Sozialwissenschaften) auch Grundwissen über die verschiedenen Religionen vermittelt werden.

Melden sich nur wenige Schüler/innen vom Religionsunterricht ab, kann es nötig werden, Mitglieder verschiedener Klassen zu einer WeNo-Lerngruppe zusammenzufassen. In diesem Fall kann es nötig werden, diesen Unterricht nach Ende des regulären Unterrichts stattfinden zu lassen, da in den verschiedenen Klassen das Fach „Religion“ aus stundenplantechnischen Gründen nicht immer zeitgleich gegeben werden kann.

Informationen zum Fach „Werte und Normen“ in der Sekundarstufe II

Das Fach „Werte und Normen“ gehört zum Aufgabenfeld B (geistes‑ und gesellschaftswissenschaftliches Aufgabenfeld).

In der Sekundarstufe II muss Religion, Werte und Normen oder Philosophie über die ganzen drei Jahre hin belegt werden. Als Abitur-­Prüfungsfach ist „Werte und Normen“ nicht zugelassen. Eine sinnvolle Mitarbeit ist auch dann möglich, wenn man das Fach in der Sekundarstufe I nicht hatte.

Inhaltlich sollen im Fach Werte und Normen „die in der Gesellschaft wirksamen Wertvorstellungen und Normen hinsichtlich Ursprung, Überlieferung, Wirkungsweise und Begründung“ (Rahmenrichtlinien des Faches) untersucht und diskutiert werden. Es liegt bei dieser Aufgabenstellung nahe, dass stellenweise zum Vergleich auch Werte und Normen anderer Kul­turen herangezogen werden.

Punktuell entsteht Nähe zu Fächern wie Religion und Sozialkunde, aber auch z.B. zur Biologie (Beispiel: die Fragestellung, wie unsere Gesellschaft mit Aggressionen umgeht und/oder umgehen sollte). Es werden aber auch, je nach Thema, Wissenschaften herangezogen, die an der Schule sonst nicht unterrichtet werden, wie z.B. die Psychologie.

Die Arbeitsanforderungen im Fach „Werte und Normen“ liegen ähnlich wie in anderen Fächern des B‑Bereiches (Geschichte, Philosophie, Politik/Wirtschaft etc.).

Es wird pro Kurs eine Klausur geschrieben, normalerweise zweistündig. Diese fließt zu 50% die Kursnote ein, wobei die Note für „sonstige Mitarbeit“ (mündliche Beteiligung, Referate etc.) im Zweifelsfall gewichtiger ist. Die Anforderungen in den Klausuren liegen ähnlich, wie sie bereits aus dem Deutschunterricht bekannt sind. Besonders wichtig zu nennen sind Textanalyse und Stellungnahme.

In der Sekundarstufe II hat sich seit langem eine stabile Kursfolge gebildet. Allerdings gibt es in der Sekundastufe I nicht für jede Klassenstufe eine eigene Werte-und-Normen-Gruppe, da die Mindestgröße von 12 Schülern nur zu erreichen ist, wenn mehrere Jahrgänge in einem Kurs zusammengefasst werden. Diese etwas ungewöhnliche Situation erklärt sich aus der Entstehungsgeschichte des Faches. Es wurde ursprünglich als „Ersatzfach“ für die wenigen Schüler/innen geplant, die sich aus dem Religionsunterricht abmeldeten, und führte daher lange Zeit eine gewisse Randexistenz. Aus dieser Tatsache heraus erklärt es sich auch, dass sich noch nicht die Möglichkeit bietet, im Fach „Werte und Normen“ Abitur zu machen. Inzwischen gibt es aber genug ausgebildete Fachlehrer für das Fach, um einen möglichen Anstieg der Schülerzahl, wie an den meisten Schulen bereits geschehen, abzudecken.

Die Fachkonferenz

Stand: August 2016