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Ruhe + Wasser + Wind + Weite = Mozart

Hinter dieser fast kontrapunktisch anmutenden Gleichung verbirgt sich Mozarts große Musik der Messe in c-Moll, in die drei Chöre mit zwei Chorleitern auf Wangerooge vom 30.5. bis zum 2.6.2019 hineingewachsen und zu einem Klangkörper verschmolzen sind. Rund 130 Stimmen probten vier Tage lang im Wangerooger Kursaal bei geöffneten Fenstern. Was für den Chor eine Frage des Sauerstoffs gewesen ist, entwickelte sich für die auf der Promenade vorbeiflanierenden Inselgäste als Hörgenuss, für den auch gerne länger verweilt wurde oder man nach der Fuge aus dem Cum Sancto Spiritu auch in spontanen Applaus ausbrach.

Rund 50 Sängerinnen und Sänger des Osnabrücker Chores Carolin Cantat, 45 Mitglieder des Graf-Anton-Günther-Kammerchors e.V. sowie 35 Sängerinnen und Sänger des Schulchores der Graf-Anton-Günther-Schule – unterstützt von ehemaligen und noch immer chorbegeisterten Schülerinnen und Schülern – arbeiteten sich durch diese anspruchsvolle Chorliteratur. Jutta Albrecht-Laaff, die den Chor Carolin Cantat leitet und Lehrerin am Osnabrücker Gymnasium Carolinum ist, und Oliver Dierks, Leiter der GAGChöre, wechselten sich im Einsingen, im Dirigat und in der Motivation der z.T. recht langen Probentage in gekonnter Harmonie ab.

Woher aber 130 Quartiere an dem langen Himmelfahrtswochenende nehmen? Neben der rechtzeitigen Planung halfen hier nur die langjährigen Kontakte von Oliver Dierks weiter – Kurdirektor, Bürgermeister und Hausmeister in der Jugendherberge, die muss man kennen. Und so haben sich morgens und abends und nicht selten auch noch einmal dazwischen 61 Fahrräder auf den Weg gemacht, zumindest in eine Richtung dem WIND auf der WEITE des Deiches vom WASSER zur Jugendherberge zu trotzen und abends die wohlverdiente RUHE zu finden – aber MOZART musizierte auch nachts in den Köpfen der Sängerinnen und Sänger weiter.

Am Samstagabend wagte der neugeformte Chor ein erstes gemeinsames, knapp einstündiges Konzert mit verschiedenen Repertoire-Stücken in der vollbesetzten katholischen Kirche St. Willehard.

„Musik darf nicht ,schwitzen‘, sie muß natürlich sein bei höchster Kunst“, soll ein weiser Mensch gesagt haben. Geschwitzt haben während dieser Probenphase jedoch nur die Choristen, nicht die Musik. Der „Natürlichkeit“ und Leichtigkeit sind alle 130 Sängerinnen und Sänger – beginnend mit Jahrgang 6 – einen großen Schritt näher gekommen, so dass mit großer Zuversicht den Konzerten im Osnabrücker Dom am Samstag, den 22.6.2019, und in der St. Josef-Kirche in Oldenburg-Bümmerstede am Sonntag, den 23.6.2019, entgegen gefiebert wird.

 

-Text und Bilder: J. Hayen

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