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Politische Partizipation an der GAG

„Politische Partizipation in der Netzwerkgesellschaft“ lautete der Titel des Vortrages, den Professor Christian Filk von der Universität Flensburg im Forum der Graf-Anton-Günther Schule hielt. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler vor allem aus der Oberstufe beteiligten sich mit dem Ziel der Tagesveranstaltung „Haltung einnehmen und Orientierung erlangen“, die vom Verein „PLUS“, dem Projekt „Openion“ und der GAG organisiert wurde.

Professor Filk erläuterte in seinem Vortrag zunächst den grundlegenden Konflikt zwischen politischer Machtausübung und politischer Teilhabe am Beispiel von „Influencern“, und beleuchtete danach auch grundsätzlich die digitale Netzwerkgesellschaft, Medien und den Aspekt der eigenen Haltung. Wo früher im Internet gekauft und informiert wurde, treffe man sich heute digital, teile etwas oder rede miteinander. So würde das Digitale Teil des Lebens. Die Daten, die man dabei preisgebe, würden von vielen Unternehmen verwendet und es stelle sich schnell die Frage, wie frei der Einzelne über die Verwendung seiner Daten noch sei und über wie viel Individualität dann jeder noch verfüge. Dabei gehörten Medien, vor allem der Umgang damit, zu den inzwischen ganz normalen Sozialisationsformen wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Den wenigsten sei allerdigs klar und bewusst, dass sie mit jedem Klick entscheiden und auch mit jedem Klick einen Preis bezahlten. Im „digitalen Untergrund“ werde mit den preisgegebenen Daten Geld verdient. Ganz deutlich formulierte dies eine Mitarbeiterin von Facebook: „Wir zeigen dir Dinge, von denen du heute noch nicht weisst, dass du sie haben willst.

Daran anschließend forderte Filk unter anderem einen grundlegenden Bewusstseinswandel, eine hohe Beteiligung von allen sowie die Entwicklung einer persönlichen und institutionellen Haltung. Nach dem einführenden Vortrag wurde ein Expertengespräch durchgeführt mit Christian Filk (Uni Flensburg), Hadrien Segond (Openion), Wolfgang Schoedel (Schulleiter GAG) und Christoph Mildener (Vorsitzender PLUS). Die daran anschließende Diskussion zeigte dann aber auch, wie schwierig es eigentlich ist, eine Haltung einzunehmen und Orientierung zu erlangen.

Lehrerausbildung, Lehrerfortbildung und digitale Ausstattung der Schule wurden natürlich thematisiert. Die Fragen nach der „Haltung“ wurden aber auch gestellt: „was will ich eigentlich“, welche Kriterien habe ich“, „kann ich meinen Quellen vertrauen“. Eine Beantwortung, aber auch eine Hinführung auf dem Weg dazu, war allerdings nur in Ansätzen festzustellen. Am Ende lud Schulleiter Wolfgang Schoedel die Schülerinnen und Schüler ein, mit ihm zusammen Arbeitsgemeinschaften von Schülern für Schüler zu entwickeln und auch über neue Themen für Arbeitsgemeinschaften nachzudenken, die für die Schüler wichtig erscheinen.

Nachmittags beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler in Workshops mit folgenden Themen: „Wie können Projekte und Vereine dazu beitragen, jungen Menschen dabei zu helfen, sich in der digitalen Gesellschaft politisch zu engagieren?“, „Wie kann Schule Jugendliche auf neue Formen der politischen Partizipation vorbereiten?“, „Wie müssen Angebote von Parteien, Verbänden und Institutionen aussehen, damit junge Menschen im digitalen Zeitalter an Politik teilhaben können?“

-Text und Bilder: R. Pötzsch

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