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Leise, aber wieder da

Leise, geradezu unhörbar und fast nicht zu sehen ist die Kulturszene durch die Corona Pandemie geworden. Lebt sie doch insbesondere durch die Begegnung mit Menschen, ob im Museum, im Theater oder im Konzertsaal. Langsam, sehr langsam und wie ein zarter, zerbrechlicher Trieb schiebt sich nun nach und nach die Kultur zurück in unsere Wahrnehmung. Als wäre es ein riesiges Kunstwerk des kürzlich verstorbenen Verhüllungskünstlers Christo, nimmt man erst durch ihr Fehlen die Kultur umso intensiver wahr. Instrumentalunterricht via Internet, Online-Chorproben und gestreamte Konzerte und Theaterinszenierungen sind kein Ersatz für das unmittelbare, quasi hautnahe Erlebnis – aber ein Anfang.

Einen Anfang machen auch wieder die GAG-Chöre. Das von der Schulleitung unterstützte und im Schulprogramm verankerte Konzept des gemeinsamen Musizierens von Schulchor und Graf-Anton-Günther-Kammerchor, in dem ehemalige Schüler und Lehrer, Eltern und Freunde der GAG singen, liefert die Grundlage für das „Wir-waren-nie-weg-nur-Leise“. Den Beginn machen seit Anfang September 13 Schülerinnen aus dem 13. Jahrgang und 24 Mitglieder des Kammerchores. Aufgrund des Kohortenprinzips und der Hygienekonzepte für die Chorarbeit in Schule und bei Konzerten können die übrigen 35 Mitglieder des wiedererstarkten Schulchores bei diesem Projekt leider nicht mitsingen. Ein intensiver Probentag in St. Michael in Oldenburg/Kreyenbrück führte am 5. September viele Sängerinnen und Sänger erstmals seit langer Zeit wieder zum unmittelbaren Chorklang und dem Singerlebnis in einer Vier- bis Achtstimmigkeit. Ungewohnt, aber aufgrund der Hygienevorschriften erforderlich, waren die Abstände zum Nachbarn von zwei und zum Vordermann von drei Metern sowie die Probenintervalle, denn alle 45 Minuten musste eine 15- minütige Lüftungspause eingelegt werden. Wer rastet, der rostet – und auch das menschliche Instrument, die Stimme, muss gespielt werden, damit sie nicht verstimmt. Das, was am Probentag von Rheinberger bis Reger, von Mendelssohn bis Faure, mal a cappella, mal mit Orgel, erklang, bestärkte alle Mitwirkenden darin: noch nicht laut, aber wieder da – am 27. September um 18 Uhr in einem Live-Stream Konzert (www.gag-kammerchor.de (ext. Link))!

 

-Text/Fotos: Jens Hayen

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