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„K ist dann weg …“

Nein, die Kultur an die GAG ist noch immer lebendig, findet und erfindet für sich neue Wege.

Digital und auf Abstand – und der ist via Live-Stream eingehalten worden. Leider aber war dieser Abstand auch zu den Zuschauern nötig. Doch diese gab es und gibt es noch immer; mittlerweile knapp 1.500 Aufrufe und begeisterte Kommentare (https://www.gag-kammerchor.de/Unsere-Projekte/Projekte-2020/ (ext. Link)) … aber am meisten haben wir uns alle über die persönlichen Rückmeldungen im Alltag des Schullebens gefreut!

Am 27. September 2020 war es für zwölf Schülerinnen und drei Schülern des Abiturjahrgangs und einer Teilbesetzung des Graf-Anton-Günther-Kammerchores ein echtes Konzert mit einer wahren „CHOReografie der großen Abstände“, aber mit dem erforderlichen Raumklang, der die Grundlage für das Zusammenklingen der Einzelstimmen zu einem Klangkörper bildet. Ungewohnt ist die Anwesenheit der zahlreichen Mikrofone und Kameras gewesen, mit denen Jan Wiese, Marie Schütte und Claus Plaschetka die technische Seite des Konzerts erst ermöglicht haben. Durch die souverän zwischengeschnittenden Moderationsbeiträge von Finn-Ole Eikes, Darian Jürgens und Henry Neuhaus blieben die erforderlichen Umbauphasen für die Zuschauer unsichtbar. Dennoch galt auch bei dieser Übertragung: live is live – Pannen gehörten mit zum Programm; zwar keine Fliege, aber dafür ist uns auch noch kein eigener Hashtag für einen der verzeihlichen Unzulänglichkeiten bekannt.

Die Chorarbeit ist momentan allenortens stark eingeschränkt und z.T. sind Chöre in ihrer Existenz gefährdet. Normalerweise hätte jetzt im Herbst die Aufführung von Brahms „Ein deutsches Requiem“ angestanden. Die Schülerinnen und Schüler des 13. Jahrgangs hatten sich schon lange darauf vorbereitet und gefreut, dieses Meisterwerk der Chorliteratur als Krönung ihrer Schulchorzeit zur Aufführung bringen zu können. Nun wird wohl dieser Live-Stream für den Abiturjahrgang der letzte Auftritt als Schülerinnen und Schüler der GAG gewesen sein. Umso mehr trifft der vom Chorleiter Herrn Dierks in seiner Anmoderation formulierte Satz zu: „Endlich wieder singen können!“ Zwar vorsichtig, schon gar nicht leichtsinnig und selbstverständlich mit einem tragfähigen Hygienekonzept … aber wieder da. Mittlerweile können wir sagen, dass durch das verantwortliche Handeln aller Beteiligten aus den Probenphasen und dem Konzert niemand erkrankt hervorgegangen ist.

Das Programm – überwiegend a capella – war für die (Chor-)Seele: „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ (Mendelsohn) – „Denn er hat seinen Engeln“ (Mendelsohn) – „Cantique de Jean Racine“ (Fauré, mit Orgel) – „Bleib bei uns“ (Rheinberger) – „Nachtlied“ (Reger).

Der Live-Stream endete für die Konzertbesucher vor den Bildschirmen mit einem Abspann… Und die Aufführenden, was haben die gemacht? Wir alle, Choristinnen und Choristen, Emma Klawonn an der Orgel, Finn-Ole, Darian und Henry in der Moderatorenecke, Jan und Marie an der Technik und Herr Dierks am Dirigentenpult, wir alle verharrten in einer Anspannung, die uns bereits bis in die Haarspitzen konzentriert durch das ganze Konzert getragen hatte. Kein Applaus drang auf umgekehrten Wege direkt an unsere Ohren, wie es sonst die schönste Form des Dankes für einen Moment des Innehaltens darstellt. Stattdessen achtete jeder verstohlen auf eine Hand … Nicht auf die des Chorleiters – das Konzert war vorbei –, sondern auf die von Jan, dem Herrn übers Mischpult. Als er abwinkte als Zeichen für das Ende der Liveübertragung, löste sich bei allen Mitwirkenden die Anspannung und ging in einen lang anhaltenden Applaus über. Am Ende wurden noch auszugsweise einige Live-Chats verlesen … Ein kleiner Ersatz, aber hoffentlich nicht für immer die neue Realität der Publikumsreaktionen.

K ist nicht weg! Kultur – Theater-AG, Musical-AG, K.U.L.T., Orchester, Bigband, Combo und Chor – lebt vom direkten Gegenüber, dem unmittelbaren Miteinander. Und hierfür wird sich die musikalisch-künstlerische Arbeit an der Graf-Anton-Günther-Schule einsetzen und nach Formen suchen, die auch unter Beachtung der zurzeit notwendigen Hygieneregeln weiterhin Kulturelle Bildung möglich macht.

-Text/Screenshots: Jens Hayen

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