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GAG-Weihnachtskarte 2020

Eine der bekanntesten plattdeutschen Geschichten von Rudolf Kinau, die aus der Sicht eines kleinen Jungen erzählt wird, beginnt mit dem Gedicht des Großvaters:

Wihnachenoben,
denn goht wi no boben,

Aber dann hinterfragt der Junge es mehr und mehr und tut es schließlich als „Tühnkrom“ – Geschwätz – ab. Erst Jahre später, als er als Erwachsener zur See fährt und plötzlich Heimweh bekommt, versteht er die Zeilen des Gedichts: „Wihnachten sünd wi all mol wedder ganz ganz lütt, un wenn ‘t ook man för ‘n Oogenblick is, – alltohoopen, jeedes Joahr wedder.“

Zwar bleibt Weihnachten im Kern ein ruhiges Fest – auf seine Art unvergessen, mit Raum für Spannung, Neugierde, Aufregung, Kerzenschein und Geschenke. Und dennoch wird das diesjährige Weihnachten von einem kindlichen Wunsch getragen sein: Es ist die Sehnsucht nach Normalität, denn es fehlen dieses Jahr in der Vorweihnachtszeit der Bummel durch die Innenstädte, der Besuch der Weihnachtsmärkte und die Weihnachtsfeiern in der Schule, in Vereinen oder mit Freunden. Je nachdem wie alt man ist, werden sich die Gedanken um die Weihnachtsfeste der letzten Jahre, Jahrzehnte oder gar aus der eigenen Kindheit kreisen, „ […] un denn hört un seeht wi allns wedder, wat wi as Kind al mol hört un sehn hebbt, […]“

denn pingelt de Klocken,
denn danzt de Poppen,

Und genau dies drückt die Zeichnung von Janika Behne (Jg. 13) für die diesjährige Weihnachtskarte der GAG aus (kleine Vorschau rechts anklicken, um das vollständige Bild groß zu sehen).

denn piept de Müs‘
in Grooßvadder sien Hüs‘.

-Text: Jens Hayen/Bild: Janika Behne/Gedicht: Rudolf Kinau

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