Überspringen zu Hauptinhalt

Großes Geburtstagsprojekt in Ahlhorn

Wenn sich die Qualität eines Austausches danach bemisst, wie viele Tränen beim Abschied fliessen, so übertraf das Projekt sämtliche Erwartungen.

so GAG-Lehrer Jan Löffel. 120 Jugendliche und Lehrkräfte aus sechs Nationen der Partnerschulen der GAG , aus Lublin (Polen), Attigny (Frankreich), Desenzano del Garda (Italien), Groningen (Niederlanden), Lwiw (Ukraine) und natürlich auch aus der GAG, trafen sich zu von vom Blockhaus Ahlhorn und der Graf-Anton-Günther Schule ausgerichteten Austauschprojekten.

Zum einen handelte es sich um das Umwelt- und MINT Projekt „Ahlhorner Fischteiche“ (unterstützt durch Mittel vom Deutsch Polnischen Jugendwerk und in Kooperation mit OOWV, dem WPZ Ahlhorn und der Fachhochschule Oldenburg), zum anderen um das Projekt „Restart Europe“. Die Workshops, die in Zusammenarbeit mit der FH Oldenburg (Vermessung der Teiche) und den Landesforsten (Klimaschutz, Bäume pflanzen) durchgeführt wurden, brachten die Jugendlichen wieder näher zusammen und halfen, den gemeinsamen europäischen Gedanken wieder zu beleben. Ein Ausflug nach Oldenburg zeigte die hiesige Museumslandschaft, dort wurden aber auch Begegnungen mit Oldenburg und Oldenburgern möglich. Ähnliches geschah auch bei einem Besuch in Bremen.

„Toll war es, endlich mal wieder Schüler aus anderen Ländern zu treffen. Und die Stimmung war richtig gut, es entwickelte sich fast ein Gefühl der Völkerverständigung“, erläuterte eine Schülerin der GAG auf die Frage, wie ihr diese Projektzeit gefallen habe. Zwei Jahre lang war es wegen Corona nicht möglich, sich in Austauschfahrten zu begegnen, gerade für die GAG als zertifizierte Europaschule und mit langjährigen Austauschtraditionen eine auch in dieser Hinsicht schwere Zeit. Es gab zwar coronabedingte „digitale“ Ersatzveranstaltungen von Schulleitungen und Lehrkräften, aber das ist natürlich mit einem echten Treffen nicht zu vergleichen.

Die inhaltliche Vorbereitung dieser Projektveranstaltungen lag vor allem in den Händen dreier GAG-Lehrkräfte: von Sebastian Ott (osteuropaerfahrener Geschichtslehrer der GAG), Robert Schulz (MINT-Koordinator der GAG) und vor allem von Katharina Heuwagen (Sprachen- und Austauschkoordinatorin der GAG). Bei ihren Planungen und in der Durchführung selbst wurden sie dabei von weiteren GAG-Lehrkräften unterstützt: Katharina Albers, Alexander Haack , Dr. Nina Holstermann (Lehrerin für u.a. Erdkunde und Biologie), Ann-Sophie Schmidt (Französisch und Deutsch) sowie drei Vertreter*innen der Italienisch-Fachgruppe: Esther Nicoul, Jan Löffel und Christoph Zimmermann.

Natürlich ist ein solches Projekt auch organisatorisch schwierig zu realisieren, alleine das Problem der Unterkunft und die Frage der Räumlichkeiten. Dass die Umsetzung in diesem Jahr letztlich möglich wurde, hatte mit dem Glücksfall zu tun, dass nach längerem Leerstand das Blockhaus Ahlhorn am 21.04.2022 vom bisherigen Träger, der Evangelischen Landeskirche, an den Schulträger der GAG, den Landkreis Oldenburg, als neuen Träger wechselte und mit Niels-Christian Heins der langjährige Europakoordinator der GAG in seinem vorgezogenen „Unruhestand“ zum Geschäftsführer des von ihm als europäische Begegnungsstätte geplanten Blockhauses Ahlhorn ernannt wurde. Kirche, Landkreis Oldenburg,Wolfgang Schoedel als Schulleiter der GAG und nicht zuletzt Christian Heins hatten dazu, beginnend mit der wegen des Ukrainekriegs notwendigen Vorziehens der Anreise der ukrainischen Delegation am 02.03.2022, eine eng verzahnte Kooperation in der Übergangsphase des Eigentümers begonnen, die in der Realisierung dieses multinationalen Projektes aller Partnerschulen der Graf-Anton-Günther Schule mündete.

Am Ende der Woche wurde unter dem Gedanken „You+Me=Europe“ überlegt, welche Schwerpunkte zukünftige, gemeinsame Projekte in den Blick nehmen könnten. Der bunte Abend zeugte von der Vielfalt der Aktivitäten. Alle Teilnehmenden hatten eine wunderbare gemeinsame Zeit und genossen sichtlich die wieder mögliche Freiheit und Begegnung. „Vermutlich kann in zwei Jahren wieder ein solches Projekt durchgeführt werden“, so Schulleiter Wolfgang Schoedel. Und weiter: „In erster Linie machen wir Schule für die Schüler*innen. Wir alle freuen uns, dass dieses Mal und zufälligerweise genau in der Woche unseres hundertjährigen Schulgründungsdatums das seit zwei Jahren allein digital durchgeführte Austauschprogramm tatsächlich wieder durch echte Begegnungen durchgeführt werden konnte. Wenn man in die Augen der glücklichen, am Ende erschöpften, aber schon Pläne für „das nächste Mal“ schmiedenden Beteiligten aller Nationen sieht, so ist uns „Restart Europe“ gelungen. Hoffen wir mal, dass der russische Angriffskrieg in der Ukraine möglichst bald ein friedliches Ende findet und bei den nächsten Aktionen nicht, wie dieses Mal, immer wieder seine dunklen Schatten auf die Gespräche und die Stimmung, vor allem unserer ukrainischen Partner*innen und der grenznah gelegenen polnischen Partnerschule in Lublin (Polen) wirft!“

-Text: R. Pötzsch, Bilder: K. Heuwagen

An den Anfang scrollen