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Philosophie

Was ist Zeit? Gibt es wahre Schönheit? Darf ich mein Haustier klonen lassen? Sind Roboter die besseren Menschen? Können wir freie Entscheidungen treffen, oder stand immer schon fest, dass wir statt des Pfirsichs die Torte essen würden? – Auf Fragen wie diese werden im Philosophieunterricht Antworten gesucht.

Ab Jahrgang 11 können Schülerinnen und Schüler an der Graf-Anton-Günther-Schule Philosophie statt Religion wählen. Es besteht auch die Möglichkeit, Philosophie als Kurs auf erhöhtem Niveau oder als schriftliches bzw. mündliches Prüfungsfach zu belegen.

Was ist Philosophie?

Das Wort stammt aus dem antiken Griechenland und bedeutet übersetzt „Liebe zur Weisheit“. Darin sind zwei wichtige Eigenschaften der Philosophie enthalten: das Interesse an Wissen und Erkenntnis im Allgemeinen, nicht nur an einer Perspektive auf die Welt oder an einer bestimmten Gruppe von Gegenständen –  und eine gewisse Vorsicht, ein Vorbehalt. Ein Philosoph sollte gerade kein Weiser sein, der schon im Besitz der Wahrheit wäre, sondern jemand, der nach ihr strebt.

Typisch für die Philosophie ist zum einen der analytische, zweifelnde und zergliedernde Blick auf die Grundlagen und Voraussetzungen: z.B. des Wissens, des Denkens, des Staates, des richtigen Handelns oder des guten Lebens. Zum anderen sucht die Philosophie die große Synthese, versucht, das in den Einzelwissenschaften zerstreute Wissen wieder zusammenzuführen und umfassende Systeme zu schaffen. Ideologien, Verfassungen und Weltanschauungen berufen sich regelmäßig auf den einen oder anderen großen Philosophen – wenn auch nicht immer zu Recht.

Heute blicken wir auf Jahrtausende des Philosophierens zurück. Philosophie ist in diesem Zeitraum sehr unterschiedlich verstanden und betrieben worden. Es hat sich so eine „Schatzkammer des Denkens“ (Ekkehard Martens) angesammelt, in der man stöbern und vielfältige Bausteine oder Werkzeuge ausprobieren kann.

Philosophie an unserer Schule

Traditionell geht es im Philosophieunterricht darum, sowohl Philosophieren zu erlernen als auch Philosophie zu lernen. Schüler/innen sollen die Fähigkeit erwerben, selbst philosophische Fragen zu stellen, sie mit philosophischen Methoden zu bearbeiten sowie Lösungsvorschläge zu entwickeln und zu diskutieren. Zugleich aber sollen sie in die Lage versetzt werden, zentrale Thesen, Argumente und Theorien der Philosophiegeschichte zu verstehen und kritisch zu überprüfen.

Das Feld der Philosophie, schrieb der Philosoph Immanuel Kant, lasse sich mit folgenden Fragen umreißen:

  • Was kann ich wissen?
  • Was soll ich tun?
  • Was darf ich hoffen?
  • Was ist der Mensch?

In der Einführungsphase, also im 11. Jahrgang, schreiten wir zunächst dieses Feld überblicksartig ab: Wir beginnen im ersten Halbjahr mit einer Einheit zu den Anfängen der Philosophie in Griechenland und behandeln grundlegende Fragen der Erkenntnistheorie, also der philosophischen Disziplin, die sich mit den Voraussetzungen und Problemen des menschlichen Wissens befasst. Es folgt eine kurze Einführung in die Ethik, d.h. in Fragen des richtigen Handelns, bevor wir einen Blick auf die Metaphysik werfen, etwa auf die Frage, ob es einen Gott oder einen umfassenden Sinn des Lebens gibt. Im zweiten Halbjahr geht es ausschließlich um Kants vierte Frage: „Was ist der Mensch?“, um die philosophische Anthropologie.

Die Qualifikationsphase ist der vertieften Auseinandersetzung mit der Ethik sowie der Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie gewidmet. Im Allgemeinen werden nur diejenigen, die Philosophie als Prüfungsfach bzw. als Kurs auf erhöhtem Niveau gewählt haben, vier Semester in dem Fach unterrichtet. Für die letzten beiden Halbjahre gibt es dabei kaum inhaltliche Festlegungen. Allerdings muss ein Semester das Lernfeld praktische Philosophie (z.B. angewandte Ethik, Kulturphilosophie, politische Philosophie oder Gerechtigkeitstheorie) abdecken und das andere das Lernfeld theoretische Philosophie (z.B. Sprach-, Geschichts-, Natur- oder Technikphilosophie, Logik oder Ästhetik).

Philosophiekurs auf erhöhtem Niveau

In Oldenburg wird nur an der Graf-Anton-Günther-Schule ein Philosophiekurs auf erhöhtem Niveau angeboten. Ein Philosophiekurs auf erhöhtem Niveau unterscheidet sich von Kursen auf grundlegendem Niveau nicht so sehr durch die Stofffülle, etwa die Menge behandelter philosophischer Positionen. Er ermöglicht vielmehr eine intensivere, tiefere und komplexere Auseinandersetzung mit philosophischen Problemen und Thesen: In einem Philosophiekurs auf erhöhtem Niveau gibt es mehr Raum, um konsequenter eigene Überlegungen zu grundlegenden und existenziellen Fragen zu entwickeln – und um weiter in das Denken verschiedener Philosophinnen und Philosophen vorzudringen.

Voraussetzungen und andere Fragen

Besondere Voraussetzungen gibt es für die Teilnahme an den Kursen nicht. Sicherlich ist es hilfreich, wenn man Spaß am Denken und Diskutieren, gerade auch jenseits gewohnter Wege, hat. Zudem sollte man darauf vorbereitet sein, dass philosophische Texte nicht immer einfach zu lesen sind. Allerdings lernt man ebenso die Methoden der Textarbeit, um damit umgehen zu können, und wenn man an philosophischen Texten geübt hat, wird man danach insgesamt wissenschaftliche Texte deutlich leichter lesen können. Wer weitere Fragen zum Fach Philosophie hat, kann sich an Herrn Schmidt, Herrn Wehrmann oder Herrn Witzmann wenden.

 

 

-verantwortlich für die Inhalte dieser Seite: Fachobmann Philosophie Jürgen Wehrmann

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