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Kurzaustausch In Kent, England – Ein Erfahrungsbericht Von Norina Wulff

Kurzaustausch in Kent, England – ein Erfahrungsbericht von Norina Wulff

Während meines Kurzaustausches in England vom 28.08.2014 – 29.09.2014 habe ich die GAG-Partnerschule Valley Park School in Maidstone (Kent) besucht. Die Austauschorganisation „SPEAK“ war sehr darauf bedacht, dass sich alle Schüler wohl fühlen, egal in welcher Stadt und auf welcher Schule sie sind. Zu Beginn haben wir ein gemeinsames Wochenende mit allen Austauschschülern verbracht. Dort wurden uns die Regeln erklärt und uns wichtige Informationen über das Leben in den Gastfamilien in England mitgeteilt. Dieses Wochenende war sehr schön, da wir gemeinsam London und Canterbury besucht haben, und wir somit auch mit anderen Austauschschülern in Kontakt gekommen sind. Während der Herbstferien hat „SPEAK“ auch eine tolle Fahrt nach Schottland angeboten.

Meine Schule

Die Schule war sehr interessant und der Unterrich hat mir sehr viel Spaß gemacht. In der Oberstufe hat man nur höchstens vier Fächer, welche man frei wählen kann. Diese vier Fächer werden dann täglich unterrichtet. Meine Fächer waren:

  • English language and literature, ein ziemlich kompliziertes Fach für jemanden, dessen Muttersprache nicht Englisch ist. Der Unterricht entspricht ungefähr dem Deutschunterricht in Deutschland. Es wurde ein Buch gelesen, wo wir dann einzelne Personen charakterisieren oder beschreiben sollten. Meine Lehrer waren sehr nett und haben mich – wie die anderen Schüler auch – gut unterstützt.
  • Acting, eine Art Schauspielunterricht, wo die Schüler lernen, zu improvisieren und frei zu sprechen. In diesem Unterricht gab es viele Praxis-Teile. Wir haben Texte auswendig gelernt und einzelne Szenen nachgespielt. Auch dieses Fach war etwas kompliziert, da es schwierig war etwas zu improvisieren, wenn man nicht genau wusste, wie man etwas bestimmtes in Englisch sagen sollte. Dieses Problem hat sich aber mit der Zeit gelegt und es funktionierte immer besser.
  • Music, das wohl interessanteste Fach von allen. Es gab so gut wie nur Praxis-Stunden und in der ersten Stunde wurde ich sofort gefragt, welches Instrument ich denn spiele. Es war also nur möglich, an dem Kurs teilzunehmen, wenn man ein Instrument beherrschte oder singen konnte. Zum Glück habe ich seit vielen Jahren Klavierunterricht, wo durch ich sehr viel Erfahrung mit Noten und Klängen habe. In dem Unterricht haben wir in kleinen Gruppen ein eigenes Lied komponiert, in kleineren Gruppen immer wieder Passagen improvisiert und komplette Lieder mit Gesang und Instrumenten eingeübt. Ich hatte meinen eigenen kleinen Proberaum mit einem Klavier, den ich in Freistunden immer nutzen konnte.
  • Art, Craft & Design. Dieses Fach fand ich auch sehr spannend. Ich bin nicht gerade eine begabte Zeichnerin und das wurde mir auch gleich in meiner ersten Unterrichtsstunde bewusst. Wir sollten eine Muschel zeichnen. Ich versuchte so gut es ging irgendetwas auf mein Papier zu bekommen. Als ich mir die Zeichnungen der anderen Schüler ansah, war ich erstaunt, da JEDER aus diesem Kurs super gut zeichnen konnte. Alle hatten einen riesigen Zeichenblock, wo sie all ihre Zeichnungen hineinklebten, und den sie immer mit dabei hatten.
  • Private Studies. Das ist ein Fach, welches jeder Schüler einmal am Tag hat. Es ist eine Art Stillarbeit in der Bibliothek, wo man Hausaufgaben machen, an einem der Computer wichtige Dinge für den Unterricht ausdrucken, oder einfach nur ein Buch lesen konnte.

Die Schule war sehr gut ausgestattet mit allem, was man zum Arbeiten brauchte. Für den Englischunterricht wurden uns Hefte gegeben, verschiedene Bücher, im Musikunterricht wurden uns Instrumente bereitgestellt und in Kunst gab es Wasserfarben, Acrylfarben, Stifte, Pinsel, Ton, Stoffe und vieles mehr. Dadurch, dass man jedes Fach jedem Tag hatte, hat man sehr schnell und sehr viel gelernt und durch die vielen Praxisstunden war der Unterricht sehr effizient.

In der Schule gab es eine strenge Regelung für die Kleidung. Die Unterstufe musste eine grün-schwarze Schuluniform tragen. Ab der 12. Klasse, in welcher man ab 16 Jahren ist, musste ein Dresscode befolgt werden, welche besagte, dass die Jungen in Anzug kommen mussten, und die Mädchen entweder einen knielangen Rock, oder eine Stoffhose tragen mussten, und als Oberteil einen Blazer. Auch für Schuhe gab es eine strenge Regelung. Wer in Turnschuhen kam, der musste noch einmal nach Hause und sich umziehen.

Familie und Freunde

Meine erste Familie hatte sehr wenig Zeit, da die Eltern immer am Arbeiten waren. Zum Glück war ich nicht allein in der Familie, denn meine Gastschwester war noch bei mir. Wir haben uns zusammen die Stadt angesehen und haben viel zusammen unternommen. Durch die Zeit haben wir uns besser kennengelernt und sind Freunde geworden.

In der zweiten Hälfte wollten wir dann jedoch die Familie wechseln. Wir haben uns mit der Organisationsleiterin unterhalten, welche uns herzlich in ihrer Familie aufgenommen hat. Sie wohnt mit ihrem Mann zusammen in einem kleinen Haus in Margate. Das liegt etwa 1,5 Stunden mit dem Zug von Maidstone entfernt, weswegen wir immer sehr früh aufstehen mussten. Das war jedoch nicht schlimm, da in Margate sehr viele Austauschschüler wohnten, die nicht nur aus Deutschland, sondern unter anderem aus Norwegen oder Italien kamen. Mit denen haben wir uns häufig getroffen und sind am Wochenende oft ins Kino oder Bowlen gegangen.

In den Ferien haben mich meine Brüder besucht. Mit ihnen sind wir nach Dover zu den Kreidefelsen gefahren, und wir haben gemeinsam London besucht. Es war sehr schön, die beiden mal wieder zu sehen.

Die Ferne

Heimweh ist ein wichtiges Thema, wenn es darum geht, alleine ins Ausland zu gehen. Es gehört dazu und auch ich hatte am Anfang sehr schlimmes Heimweh. Ich habe oft geweint und wollte nach Hause, aber ich bin froh, dass ich es nicht getan habe. Denn jetzt habe ich etwas geschafft, worauf ich sehr stolz bin, und ich habe sehr viel gelernt.

Gegen Heimweh kann man eigentlich so gut wie gar nichts tun. Wichtig ist, dass man nicht zu viel Kontakt nach Deutschland hat, weil man dann immer mitbekommt, was die Freunde und Familie ohne einen erleben. Besser ist es, wenn man sich bestimmte Zeiten aussucht, wo man mit der Familie skypet oder telefoniert. Dann hat man einen Tag, auf den man sich freuen kann, und muss nicht so oft an zu Hause denken. Es ist auch wichtig, dass man etwas unternimmt. Wenn man nur alleine in seinem Zimmer sitzt und an zu Hause denkt, ist es ganz schwierig. Ich habe mich dann versucht abzulenken. Ich bin sehr oft nach draußen gegangen, habe Spaziergänge gemacht oder bin joggen gegangen. Dann ging es mir gleich viel besser.

Man muss sich klarmachen, warum man unbedingt ins Ausland wollte. Ich habe mir die vielen positiven Aspekte und Erfahrungen verdeutlicht und mir gesagt, dass ich es mir selbst beweisen möchte, dass ich diesen Aufenthalt gut durchstehen werde. Durch den Aufenthalt bin ich sehr selbstständig geworden, habe sehr viel über England und das Leben dort erfahren und habe mein Englisch verbessert.

Ich würde jedem empfehlen, einen Auslandsaufenthalt zu machen, da es sehr interessant ist zu sehen, wie anders die Kulturen in verschiedenen Ländern sind.

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