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Suchtprävention ohne erhobenen Zeigefinger

Im Rahmen der Präventionsarbeit an der GAG hat auch dieses Jahr wieder der achte Jahrgang der Schule den „Klarsichtparcours“ durchlaufen und sich zusammen mit dem Beratungsteam und kompetenten Lehrerinnen und Lehrern z.B. aus dem Fachbereich Biologie mit dem Konsum von Alkohol und Nikotin auseinandergesetzt. Dabei stand pro Klasse eine Doppelstunde zur Verfügung, sodass die Maßnahme innerhalb von zwei Vormittagen durchgeführt werden konnte.

Im Parcours galt es, an vier Stationen in Kleingruppen das eigene Wissen über die verschiedenen Suchtstoffe zu testen und zu erweitern, aber auch Erfahrungen einzubringen und praktische Lösungen für typische Problemsituationen kennen zu lernen. So durften die Schüler*innen z. B. an einer Station als Regieteams aus vorgegebenen Materialien ein Storyboard für eine Geschichte entwerfen, in der Alkohol- oder Nikotinmissbrauch eine Rolle spielt – und anschließend unter Anleitung Strategien zur Problemvermeidung entwickeln. Nebenan konnte mit der „Drehbar“ unter anderem geprüft werden, was mehr Alkohol enthält: ein kleiner Schnaps oder eine Flasche Bier. Einen Raum weiter wurde es noch konkreter: Hier mussten Trinkgläser gegriffen, Schuhe gebunden oder einfach Zusammenstöße mit den anderen vermieden werden, während man eine Rauschbrille trug, die 0,8 oder gar 1,5 Promille simulierte. Kein Wunder, dass hier trotz der ernsten Thematik gelegentlich auch laut gelacht wurde.

Der seit rund zehn Jahren im Einsatz befindliche mobile „Klarsichtparcours“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) steht seit 2014 in einer Kofferversion zur Verfügung, die von Schulen erworben werden kann und sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Schülerorientiert und ohne erhobenen Zeigefinger wird den Teilnehmer*innen durch Quizfragen, Statistiken, Bildtafeln, aber auch praktische Aufgaben (siehe oben) vor Augen geführt, welche gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen der Konsum von Tabak und Nikotin haben kann. Zusätzliche Materialien in Originalgröße – etwa nebeneinander ausgelegte Zigarettenschachteln, deren Gegenwert in Gestalt von Fünf-Euro-Scheinen auf einer Matte abgebildet ist – veranschaulichen die Fakten.

Wie schon in den letzten beiden Jahren waren die Rückmeldungen der Beteiligten ausgesprochen positiv. Eine anonyme Abfrage am Ende der Doppelstunde ergab, dass in jeder Klasse höchstens eine Person die Teilnahme für unnütz hielt, und auch die Lehrkräfte an den Stationen waren mit dem Verlauf hochzufrieden. Keine Frage also, dass der „Klarsichtparcours“ 2018 in die nächste Runde gehen wird.