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Latein

Latein

Warum Latein?

„Latein ist doch nur öde Paukerei von trockener Grammatik an verstaubten Texten über längst tote Leute.“

Das war einmal. Moderne Lateinbücher bieten eine Vielzahl von schülernahen Texten wie z.B. Erzählungen, Dialoge, Gedichte und Sprichwörter. Darüber hinaus bieten sie spielerische Übungen, Rätsel und Anregungen zum Rollenspiel. Außerdem sind sie reichhaltig mit Bildmaterial (Fotos, Zeichnungen), Karten und Sachtexten ausgestattet, die die faszinierende antike Welt anschaulich und lebendig werden lassen.
Natürlich sollen auch Vokabeln, Grammatik und Inhalte gelernt werden – und das ist aus folgenden Gründen auch gut so:

  • Viele lateinische Wörter sind als „Fremdwörter“ in unsere Alltagssprache eingegangen. Begriffe wie „Toleranz“ oder „intelligent“ können Latein-Lerner auf ihre lateinischen Grundwörter zurückführen und „Fremdwörter“ aus dem Lateinischen ableiten.
  • Latein war und ist immer noch Grundlage für die Bildung neuer Fachbegriffe für die Terminologie der Wissenschaften und der Technik.
  • Latein ist die direkte Vorgängersprache aller romanischen Sprachen wie z. B. Italienisch, Französisch, Spanisch und hat auch germanische Sprachen wie Deutsch und Englisch entscheidend mitgeprägt. Latein bietet somit ein Fundament für das Erlernen der modernen Fremdsprachen im Europa von heute.
  • Der Umgang mit der lateinischen Sprache bringt einen tieferen Einblick in die Strukturen und das Funktionieren von Sprache(n) mit sich.
  • Die Herangehensweise an die Sprache ist grundlegend anders als die an eine moderne Fremdsprache. Es wird logisch-kombinatorisch und analytisch vorgegangen, weshalb Latein auch als „Spezialtraining fürs Köpfchen“ bezeichnet wird.
  • Des Weitern werden die Lernenden für Wortbedeutungen und Bedeutungsunterschiede sensibilisiert. Dies ist nicht nur von Vorteil für das Erlernen von Fremdsprachen, sondern auch für die Ausdrucksfähigkeit im Deutschen.
  • Wer Latein lernt, erweitert seinen kulturellen Horizont um die Kenntnis einer abendländischen Tradition von Griechenland und dem römischen Reich über das lateinische Mittelalter bis heute. Die europäische Geistesgeschichte, Philosophie, Literatur, Kunst und Musik sind nahezu undenkbar ohne die schöpferischen Leistungen der Griechen und Römer.
  • Durch das Erleben sowohl der Verwandtheit als auch der der Andersartigkeit der antiken Welt wird die Fähigkeit zu Dialog und Toleranz geschult. So macht der Lateinunterricht fit für die zunehmend multikulturelle Gesellschaft.

Zum Schluss noch drei praktische Erwägungen:

  • Wem Aussprache, fremdsprachliche Kommunikation und die damit verbundene Identifikation mit einer fremden Sprache schwer fällt, für den ist Latein eine gute Alternative. Im Lateinunterricht wird deutsch gesprochen.
  • Noch wichtiger ist allerdings die Tatsache, dass für viele Studiengänge an der Universität das „Latinum“ gefordert wird (s.o.). Wer dies bereits an der Schule erwirbt, erspart sich im Studium viel Zeit und Mühen.
  • Übrigens kann man mit Latein auch Geld gewinnen! In den einschlägigen Quiz-Sendungen im Fernsehen kann man viele gesuchte Wörter aus dem Lateinischen ableiten, bei den zahlreichen Fragen, die die Antike betreffen, glänzen und so der Million einen großen Schritt näher kommen … 😉

Latein als Studienvoraussetzung

Nach wie vor werden an deutschen Universitäten als Voraussetzung für zahlreiche geisteswissenschaftliche Studienfächer – dazu gehören auch die Fremdsprachen – Lateinkenntnisse gefordert. Ohne den Nachweis des „Kleinen Latinums“ oder des „Latinums“ kann man später in diesen Fächern nicht zu den Prüfungen zugelassen werden. Für Promotionen (Doktorandenprüfungen) ist zudem das „Große Latinum“ häufig zwingend vorgeschrieben.

Wer die genannten Abschlüsse nicht aus der Schule mitbringt, muss in den ersten eineinhalb bis zwei Jahren des Studiums Kurse besuchen, die mit einer staatlichen Prüfung abzuschließen sind. Diese Kurse werden oft unter äußerst widrigen Umständen abgehalten und viele Teilnehmer brechen sie frustriert ab – und damit auch das Studium ihres gewählten Fachgebiets.

Die Regelungen bezüglich der Zugangsqualifikationen für bestimmte Fächer sind (leider) von Bundesland zu Bundesland und selbst von Universität zu Universität verschieden, so dass hier keine allgemeingültigen Aussagen gemacht werden können. Dies hängt zum Teil auch damit zusammen, dass in manchen Bundesländern (wie z.B. in NRW) an den Schulen nur noch das „Latinum“ vergeben wird.

Daher soll an dieser Stelle dazu geraten werden, mindestens das „Latinum“ zu erwerben, da das „Kleine Latinum“ nicht überall anerkannt ist. Mit dem in Niedersachsen zu erwerbenden „Kleinen Latinum“ kann man jedoch die von vielen Universitäten geforderten „Lateinkenntnisse“ nachweisen.

Wer also schon ein Studienfach im Auge hat, sollte sich an den infrage kommenden Universitäten über die Zugangsvoraussetzungen informieren.

 

-verantwortlich für die Inhalte dieser Seite: Fachobmann/Fachobfrau Latein

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